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Estnische Sektion

Estland, die nördlichste der drei baltischen Republiken, begeistert den Reisenden durch seine pulsierende Hauptstadt Tallinn (früher Reval) und das in seiner Geschlossen- und Unversehrtheit wohl einmalige, bestens restaurierte Altstadtensemble, sicher auch durch das beschaulichere Tartu (vormals Dorpat), die im südlichen Estland gelegene Stadt mit ihrer von König Gustav Adolph II. von Schweden 1632 gegründeten Universität.Hier wirkten zahlreiche deutsche Wissenschaftler (u.a. K. E. von Baer, Ernst von Bergmann oder A. Rauber).
Wer mehr Zeit für dieses Land hat, wird viele kleine sehenswerte Ortschaften, zumeist gut restaurierte und zum Leben wiedererweckte Gutshäuser, eine abwechslungsreiche Küstenlandschaft und vor allem die beeindruckende und oft unberührte Natur mit Wäldern, Seen, Mooren und Sümpfen entdecken und schätzen lernen.
Wer die politische und wirtschaftliche Entwicklung dieses kleinen Landes in den letzten 19 Jahren seit der Wiedererlangung der Unabhängigkeit und der unblutigen Loslösung aus dem sowjetischen Machtgefüge verfolgt hat, der wird voller Hochachtung erkennen, welch` tiefgreifender Wandel sich vollzogen hat. Die traditionell freiheitsliebenden Esten haben in wenigen Jahren die alten Strukturen und Denkweisen abgelegt, sich zum westlichen Europa geöffnet und ein weltoffenes Estland geschaffen, welches - ebenso wie die beiden anderen baltischen Staaten - nunmehr auch in die NATO und die Europäische Union integriert ist.

Auf dem medizinischen Sektor gibt es in den größeren Kliniken Tallinns oder in den Universitätskliniken von Tartu hochmodern ausgestattete Bereiche, während in kleineren Krankenhäusern sowohl der bauliche Zustand der Gebäude als auch die apparative Ausstattung teilweise noch nicht westlichen Standard erreicht hat.

Das staatliche Krankenkassensystem Estlands garantiert im Rahmen der ambulanten (poliklinischen) und der stationären Behandlung eine umfassende ärztliche Versorgung; dennoch hat sich ein paralleles Privatarztsystem entwickelt, welches es zahlungswilligen und zahlungskräftigen Privatpatienten ermöglicht, eine mehr individuellere und schnellere Behandlung zu erhalten. Ein großes Problem sei an dieser Stelle nicht verschwiegen: aufgrund der im Vergleich zu Westeuropa geringen Verdienstmöglichkeiten findet derzeit ein Exodus junger Ärztinnen und Ärzte in westeuropäische Länder, vor allem nach Skandinavien, Großbritannien und Irland, statt, so dass bereits jetzt in den Kliniken und Polikliniken Estlands ein spürbarer Mangel an Ärzten eingetreten ist und vor allem ältere Kolleginnen und Kollegen, die keine Auswanderungsmöglichkeiten mehr haben, die eingetretenen Personalengpässe kompensieren müssen. Es ist ein Anliegen der Deutsch-Baltischen Ärztegesellschaft, diesem Trend entgegenzuwirken, unter anderem durch Bereitstellung geeigneter Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für interessierte Ärzte, um gerade die im Land verbleibenden Ärzte zu unterstützen.
Die im Januar 1992 gegründete estnische Sektion wird seit ihrer Gründung von dem Pathologen Dr. Agu Lipping, Tallinn, als erstem Vorsitzenden geleitet, zweite Vorsizende ist Frau Dr. Eve Int, Tartu, die zugleich die Tartuer Universität im Vorstand repräsentiert.
Die estnische Sektion hat z.Zt. ca. 145 Mitglieder.

Vorstandsmitglieder
Herr Dr. Agu Lipping, 1. Vorsitzender
Frau Dr. Eve Int, Tartu, 2. Vorsitzende
Frau Dr. Tea Lepik, Tallinn, Schriftführerin

17. Mitgliederversammlung
Gastgeber der Jahreshauptversammlung 2008 war Estland. Sie fand in Ötepää/Südostestland statt, wurde von 80 Teilnehmern besucht und schloss im Wissenschaftlichen Teil Referate ein von
Frau Dr. G. Albrecht, Berlin, über
"Hautveränderungen bei Allgemeinerkrankungen",
von Herrn Prof. Dr. V. Schusdziara, München, zum Thema
"Aktuelle Behandlungsstrategien bei Adipositas und metabolischem Syndrom",
von Herrn Prof. Dr. B. Lemke, Lüdenscheid, über
"Herzrhythmusstörungen und ihre Behandlung" und
von Dr. M. Prothmann, Berlin, über
"Aktuelle Entwicklungen in der Diagnostik und Therapie rheumatoider Erkrankungen" .

Ein Konzert des Trio Heiki Mätlik, Urmas Vulp und Viljar Kuusk wurde von den Zuhörern in der Kirche von Ötepää mit großem Beifall aufgenommen. Eine Besichtigung der Universität Tartu und des "Biomedikum" folgte.
Im Anschlussprogramm wurden das griechisch-orthodoxe Kloster Kuramäe, ein Soldatenfriedhof bei Toila und die Stadt Narva besucht. Hier waren die Burg und das Krankenhaus Ziel.
Ein Konzert in der mehr als 700 Jahre alten Burg von Purtse wurde von der Mezzosopranistin Triin Maran und ihrer Klavierbegleiterin Triinu Boutahir eindringlich gestaltet. Mussorskys "Lieder vom Tod" und Schumanns Liederzyklus von "Frauenliebe und Leid" griff die bedrückende Atmosphäre auf dem Soldatenfriedhof von Toila und den schroffen Gegensatz der Burgen von Narva und Iwangorod auf und verstärkte die tagsüber bereits eingetretene Nachdenklichkeit.
Eve Int, Toivo Leemets und Agu Lipping waren während der gesamten Reise vorbildliche Gastgeber.

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